Am gestrigen Nachmittag wurde der Genovevahof erneut zu einem Ort, an dem Nachbarschaft, Erinnerung und Kultur ganz selbstverständlich zusammenkamen. Im Rahmen des 22. Jahrestags des rassistischen Nagelbombenanschlags in der Keupstraße haben wir ab 15 Uhr unsere Hallo Nachbar Chill-Lounge geöffnet – mit Gebäck, Kuchen, Zeit für Gespräche und einer entspannten Atmosphäre im Hof und Garten.
Gegen 17 Uhr begann das Livekonzert der Formation Koma Jina: Dengebêj Filiz sowie Eylem und Pelda brachten Musik in den Hof, die viele Menschen innehalten ließ – einige setzten sich dazu, andere hörten im Stehen zu. Es war ein ruhiger, konzentrierter Moment, der zugleich Nähe und Respekt spürbar machte.
Besonders eindrucksvoll war der Gesang von Dengebêj Filiz. Die Dengbêj-Tradition ist eine kurdische, mündlich überlieferte Erzähl- und Gesangskunst, bei der Stimme, Text und Ausdruck im Mittelpunkt stehen. Häufig wird diese Form traditionell von Männern vorgetragen; Frauen singen sie eher im privaten oder halböffentlichen Kontext, etwa bei Hennafesten oder Trauerfeiern – und normalerweise nicht im öffentlichen Raum. Umso bedeutender war es, diese Ausdrucksform im Genovevahof zu erleben: als sichtbares Zeichen dafür, dass vielfältige kulturelle Stimmen hier Platz haben.
Begleitet wurde der Gesang rhythmisch von einer Rahmentrommel, die dem Vortrag Struktur und Spannung gab und das Zusammenspiel der Musikerinnen trug.
Danke an alle, die da waren, zugehört, mit angepackt und den Nachmittag mitgetragen haben – und an Koma Jina für die Musik, die nachhallt.

Weitere Hinweise zum Rahmenprogramm und zur Beteiligung von Hallo Nachbar gibt es hier: Blogartikel Programm






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